|
Psychoaktive Pflanzen und Schamanisches Bewusstsein
|
|
24.07.2010, 16:54
Beitrag: #1
|
|||
|
|||
|
Psychoaktive Pflanzen und Schamanisches Bewusstsein
Psychoaktive Pflanzen und Schamanisches Bewusstsein
Aus dem Buch Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen von Christian rätsch Der Schamane ist nicht nur Jäger, Krieger, Heiler, Wahrsager und Unterhaltungskünstler, er ist genauso ein empirischer Naturwissenschaftler und Denker. Bei den Tanimuka, einer Gruppe der Tukanoindianer, heißt der Schamanismus konsequenterweise "denken". Der Schamane ist vor allem ein Visionär, und zwar einer, der echte Vision hat: " Ein Schamane ist jemand, der eine Vision von den Anfängen und dem Ende aller Dinge erhalten hat und diese Vision mitteilen kann. Dem rationalen Denker ist das unbegreiflich, die Techniken der Schamanismus jedoch sind auf ein Ziel ausgerichtet. Auch die Kraft der Schamane hat hier ihren Ursprung. Die Verwendung pflanzlicher Halluzinogene steht bei den Schamanetechniken dabei an erster Stelle. Diese pflanzlichen Halluzinogene sind die Quellen einer lebendigen, pflanzeninspirierten Gotteserkenntnis oder Gnosis, die in unserer weit zurückliegenden Vergangenheit gesprudelt haben mittlerweile fast völlig in Vergessenheit geraten sind." " Der Schamanentum ist das Tor zur wirklichen Welt", sagt Holger Kalweit auf dem Symposion der Schamane zu Universum meinte damit, dass das germanische Bewusstsein die wirkliche Welt ist oder, wie es die Indianer ausdrücken, die wahre Wirklichkeit. Für viele Indianer der Mittel und südamerikanischen Regenwälder gilt die Alltagswelt als Schein, als vordergründige Notwendigkeit. Diese erscheint dem wissenden als Welt der Wirkungen, die Welt der Mythen dagegen als die der Ursachen. Aber genau wie die Schamane leben die meisten Indianer Amazoniens nach ihren Visionen: Unsere Vorfahren richteten ihren ganzen Lebensrhythmus nach den Visionen, handelt es sich nun darum, Waffen, Zeichnungen, Grafiken, Farben, Kleidung, Medizin oder anderes herzustellen, oder geht es darum, den günstigsten Zeitpunkt für eine Reise oder zum bestellen der Felder zu finden, mit denen Visionen versuchen sie, sich besser zu organisieren. Nun Schamane in aller Welt psychoaktive Pflanzenprodukte ein, um in den Schamanischen bewusstseins Zustand zu geraten und in die Visionöre Welt, die andere Wirklichkeit, reisen zu können. Die von Schamanen benutzen Substanzen sind chemisch und pharmakologisch zum Teil sehr unterschiedlich. Sie enthalten verschiedene Wirkstoffklassen, die mit verschiedenen endogenen Neurotransmitter analog oder verwandt sind. Dennoch werden selbst pharmakologische stimuli für denselben Zweck, nämlich zur Erzeugung des Schamane schon Bewusstseinzustandes, verwendet. Aus eigenen Erfahrungen mit den verschiedenen psychoaktiven Pflanzen kann ich bestätigen, dass unterschiedliche Wirkstoffe den gleichen Bewusstseinszustand, zum Beispiel Trends, hervorrufen können, aber nicht müssen. Dieselbe Droge kann nämlich bei verschiedenen Menschen bei unterschiedlicher Wirkung erzeugen. Besonders bei Daturadrogen zeigen sich eklatante Unterschiede. Damit nun derselbe, nämlich der Schamane schon Bewusstseinszustand ausgelöst wird, bedarf es also nicht nur der psychoaktiven Substanz, sondern auch der entsprechenden Intention des Benutzers sowie der äußeren Umstände. Die Drogenerfahrung wird maßgeblich durch die mythologische kosmologische Matrix des Benutzers und durch das in der Außenwelt ablaufende Ritual gesteuert. Mythologie und Kosmologie liefern die Topographie und Kartographie der schamanischen Welt und weisen die Wege hinein und hinaus. Das Ritual gibt den äußeren Rahmen, der dem Benutzer den Übergang von der alltäglichen Wirklichkeit in die schamanischen und wieder zurück erleichtert. Die Funktion des Pflanzengebrauchs bestimmt maßgeblich den Inhalt der Erfahrungen. Werden sie zum schamanisieren eingesetzt, so erzeugen sie auch schamanischen Wirklichkeiten. Allerdings sind wie bei allen Fähigkeiten die Menschen unterschiedlich begabt. Nur die begabtesten können Schamanen werden. Ebenso sind alle Menschen unterschiedlich wagemutig oder tapfer. Nur die mutig sind unter uns können Schamanen werden. Ängstliche Menschen sollten sich nicht in Göttern und Dämonen stellen. Deshalb ist in den meisten Gesellschaften, in denen es institutionalisierter Schamanen gibt, der Gebrauch von Vision näher wirkenden Pflanzen in einen ausschließlich rituellen Rahmen eingebettete. Die visionären Erfahrungen finden in kultureller Geborgenheit statt. Der schamanischen Gebrauch psychoaktive Pflanzen folgt einem bestimmten Grundmuster, wobei es relativ unbedeutend ist, welche Substanz verwendet wird. Es kommt in erster Linie auf Form, Sinn und Zweck (Funktion) des Rituals an. Die Ritualstruktur folgt dem Muster, welches ich psychedelisches Erkenntnisritual genannt habe: Vorbereitung = sammeln und zubereiten der Droge, sexueller Abstinenz, fassten, praktische Reinigung, symbolische Reinigung. Durchführung = Opfer an die Götter, Gebet an die Götter und oder Pflanzengeister, Einnahme der Droge, Seelenreise während der Trance, Kommunikation mit Pflanzengeistern, Göttern oder Tierseelen. Nachbereitung = Diagnose/Prophezeiung, Verhaltensanweisungen, Dankesopfer. Gaucho Es gibt nur eine Kaste, die Kaste der MENSCHLICHKEIT. Es gibt nur eine Sprache, die Sprache des HERZENS. Es gibt nur einen GOTT, er ist ALLGEGENWÄRTIG. Sai Baba |
|||
| Nachrichten in diesem Thema |
|
Psychoaktive Pflanzen und Schamanisches Bewusstsein - Mera-Luna-Gaucho - 24.07.2010 16:54
|
| Möglicherweise verwandte Themen... | |||||
| Thema: | Verfasser | Antworten: | Ansichten: | Letzter Beitrag | |
| Was sind psychoaktive Pflanzen? | Mera-Luna-Gaucho | 0 | 23 |
24.07.2010 16:20 Letzter Beitrag: Mera-Luna-Gaucho |
|

Suche
Mitglieder
Kalender
Hilfe




